17.000

24 11 2009

17.000 . So viele Kinder sind laut Ban Ki Moon am Tag des Welternährungsgipfels in Rom an Hunger gestorben. Deshalb ist es auch ein Skandal dass am Dienstag beim Treffen der G-8 trotz 1,02 Milliarden hungernder Menschen keine echten Beschlüsse getroffen wurden. Stattdessen wurde laut dem Hilfswerk Misereor bloß „eine widersprüchliche Zusammenstellung bereits getroffener Vereinbahrungen und Versprechen“ verabschiedet. Doch was sind die Probleme der Hungernden und vor allem: was hilft dagegen?

Knapp 40% des gesamten EU-Haushaltes (50 Milliarden Euro) werden für die Förderung der Landwirtschaft ausgegeben. Doch davon verzerren vor allem die Exportsubventionen den Weltmarkt. Durch diese sind europäische Konzerne nämlich in der Lage ihre europäische Wahre auf Märkten, wie dem weltgrößten Markt für Agrarprodukte in Senegal, zu unter einem Drittel des örtlichen Handelspreises anzubieten. So können örtliche Bauern ihre Produkte nicht mehr Gewinnbringend verkaufen und müssen ihre Arbeit einstellen. Die Folge davon ist, dass die Bauern verarmen und somit ihr Heil in der Flucht suchen. In der Flucht nach Europa.

Auch die Subventionierung von Biokraftstoff,  der aus Rapsöl gewonnen wird, sollte eingestellt werden. Denn durch den hohen Ertrag (bedingt durch die Subventionen) ist die Verlockung groß den Anbau von anderen Agrarprodukten einzustellen und stattdessen Raps anzubauen. In der Folge davon steigen die Preise für die anderen Agrarprodukte was sich vor allem auf die Ärmsten der Armen negativ auswirkt.

Wer Armut bekämpfen will, muss den Klimawandel bekämpfen. Denn selbst eine komplette Abschaffung würde den Hunger dieser Welt nicht mindern, wenn sich die Erde weiter erwärmt. Lange Dürreperioden lassen die angebauten Pflanzen vertrocknen. Bereits eine Verschiebung der Monsunzeit um 3 Wochen hat fatale Auswirkungen. Aber selbst wenn die Pflanzen die Dürrezeit wie durch ein Wunder überstanden haben, besteht immer noch die Gefahr, dass sie durch den teilweise viel zu heftigen Monsun weggespült werden.

Von der Öffentlichkeit unbemerkt gibt es einen weiteren Grund für den Weltweiten Hunger: Der übermäßige Fleischkonsum. Denn um ein Kilo Fleisch herzustellen, braucht man 3 kg Soja bzw. Weizen. Und diese müssen in riesigen Mengen eingekauft werden. Durch die enorme Nachfrage steigen die Preise für Produkte wie Soja und Weizen an, wodurch viele Bauern auch hier auf den Anbau von Produkten die in der Fleischindustrie benötigt werden umsteigen. Aus dem daraus resultierenden niedrigeren Angebot von Produkten wie Reis steigen auch hier die Preise massiv an. Ebenfalls wird das geringe Angebot der afrikanischen Bauern von Großkonzernen eingekauft, so dass für die örtliche Bevölkerung nur wenig übrig bleibt. Aber auch die Emissionen der Fleischindustrie sind nicht zu verachten. Denn durch den Ausstoß von ca. 2,8 kg CO² pro kg Fleisch wird der Klimawandel angekurbelt, wodurch wiederum mehr und stärkere Wetterextreme wie Dürren entstehen, die die Lebensmittelknappheit weiter verschärfen.

Alles in allem wäre es nicht so schwer, den Hunger auf der Welt einzudämmen. Ein Großteil der Probleme wäre mit der Abschaffung oder starken Reduzierungen von Subventionen im Agrarbereich sowie einer wirkungsvollen Klimapolitik bewältigt. Aber auch eine Stabilisierung der politischen Lage in armen Ländern ist dringend notwendig. Das Problem ist, dass unsere Regierungen nicht bereit sind, Wählerstimmen sowie die Unterstützung der jeweiligen Lobby zu riskieren, selbst wenn damit Menschenleben gerettet werden könnten. Diese Haltung offenbart den ganzen Egoismus und die Arroganz die unsere „Volksvertreter“ an den Tag legen. Lieber lassen sie Menschen qualvoll verhungern und verdursten anstatt auch nur ein Quantum an Macht zu verlieren. Die Frage die sich nun stellt ist, in wie weit wir diesen Menschen noch trauen können, wenn sie schon für ein paar Wählerstimmen Menschenleben riskieren. Und wie weit sind sie erst bereit zu gehen für den totalen Machterhalt?

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