Das Betreuungsgeld

13 11 2009

Zurzeit streiten Union, FDP und Opposition um das Betreuungsgeld. Hierbei sollen Eltern die ihr Kind nicht in eine Kinderkrippe geben monatlich 150,- € erhalten. Die CDU will die Leistung der Eltern die ihr Kind daheim betreuen honorieren, hat dabei aber vor dem inneren Auge immer das kirchliche Bild der Familie. Die SPD hingegen spricht von „Fehlanreizen“ und die FDP vom „bildungspolitischem Rückschritt“.

Zwar hat die SPD mit ihrer Kritik durchaus recht, jedoch denke ich dass die Diskussion rund ums Betreuungsgeld trotzdem zu sehr an der Oberfläche bleibt.
Denn um wen geht die ganze Diskussion? Richtig, um die Kinder.
Das Betreuungsgeld entwickelt einen umso größeren Anreiz je ärmer die Familie ist. Das heißt, sozial schwache Familien könnten den Zuschuss als Anreiz dafür sehen, ihre Kinder nicht mehr in Kinderkrippen zu schicken um das Betreuungsgeld zu bekommen und so ihren Haushalt aufzustocken. Außerdem sind die 150,- € nicht gerade Emigrationsförderlich, da 28,3% der Familien mit Migrationshintergrund stark armutsgefährdet sind. So werden vor allem die Kinder, die es am nötigsten hätten, vom Krippenbesuch abgehalten.

Viele Befürworter des Betreuungsgeldes sehen in der frühen „Abgabe“ des Kindes an Krippen eine Gefahr für die geistigen wie seelischen Zustände des Kindes. Dieses Argument wird jedoch durch die Studie des „National Institute of Child Health“ entkräftet. In der Studie wurden seit 1991 1.000 Kleinkinder untersucht um festzustellen ob Fremdbetreuung den Kindern schadet und wie sie sich überhaupt auf die Entwicklung der Mutter-Kind-Beziehung auswirkt. Die Studie kam zum Schluss, dass es keinen negativen Einfluss auf das Verhältnis von Mutter und Kind gibt, solange es der Mutter gelingt, die Intimität aufrechtzuhalten.
Deswegen sollte die Regierung statt Gelder mit zweifelhaften Auswirkungen in Aussicht zu stellen lieber in die Qualität der Krippen und Kindergärten sowie in die Schaffung neuer Krippen- und Kindergartenplätze investieren. Alles in allem ist das Betreuungsgeld ein Fehlstart in Bezug auf das Ziel „Wachstum. Bildung. Zusammenhalt.“.

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